Neue Nutzhanf Regelung in der EU: THC-Höchstgehalt bei 0,3%

Der THC-Höchstgehalt für Nutzhanf auf dem Feld wird wieder von 0,2 auf 0,3 Prozent angehoben. Das entschied der Rat der EU im Rahmen der neuen Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP). Damit wurde ein Vorschlag des europäischen Parlaments angenommen. Die neue GAP tritt am 01. Januar 2023 ein. Durch sie haben Landwirte die Möglichkeit Direktzahlungen für Hanfsorten zu erhalten, wenn diese im EU-Katalog eingetragen sind und einen THC-Gehalt von höchstens 0,3% aufweisen.

Durch die Änderung des THC-Höchstgehalts werden weitere Hanfsorten zugelassen. Der Grenzwert von 0,3% ist nur dann ausschlaggebend, falls Landwirte Direktzahlungen erhalten wollen. Es wird in Europa weiterhin möglich bleiben, auf dem Feld Hanf mit einem THC-Gehalt von mehr als 0,3% anzubauen. Vorausgesetzt es ist nach nationalen Vorschriften zulässig. Beispielsweise liegt der zulässige Grenzwert in Italien bei 0,6% und in Tschechien bei 1,0%.

Nutzhanf und seine Verwendung

Die Hanffasern dienen als Rohstoff für die Textilherstellung. Bei der Herstellung von Kleidung spielen die Fasern eine wichtige Rolle. Sie gelten als sehr robust und werden deswegen auch für die Herstellung technischer Fasern genutzt. Hanffasern werden beispielsweise zu Naturdämmstoffen verarbeitet, als Verstärkung für naturfaserverstärkte Kunststoffe genutzt und für Taue und Seile sowie für Hanfpapier verwendet.

Als Nebenprodukt bilden sich bei der Gewinnung von Hanffasern Schäben. Das sind gebrochene, holzähnliche Teilchen. Benutzt werden sie als Tiereinstreu, als Baustoff, beispielsweise als Dämmung und bei der Herstellung von Leichtbaupaletten. Sie werden außerdem als Brennstoff genutzt. Die Samen sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und werden deswegen als Lebensmittel verwendet. Sie enthalten kein THC und gelten so auch nicht als Suchtmittel. Sie können für die Herstellung von Hanfmehl und Hanfbutter verwendet werden und dienen zur Herstellung von Hanföl.