
Der skandalöse Betrug von JuicyFields
Der skandalöse Betrug von JuicyFields
Zu schön, um wahr zu sein. Kleinanleger und Privatpersonen investieren in ein Unternehmen, dass Renditen von über 100% pro Jahr verspricht. Der Betrugsfall um JuicyFields ist ein Krimi, der sich über mehrere Jahre erstreckt hat und Tausende von Kleinanlegern um ihr Investment gebracht hat.
Was war passiert?
Seit 2020 lockte das Unternehmen JuicyFields mit E-Growing, einem Angebot, bei dem Anleger in den Anbau, die Ernte und den Verkauf von medizinischem Cannabis investieren konnten. Ganz einfach über eine Online-Plattform. Die Plattform war ein zentrales Instrument für JuicyFields. Dort konnten Nutzer Pflanzen kaufen, verkaufen, in virtuellen Gewächshäusern verwalten und sich Geld auszahlen lassen. Soweit so gut.
Die Mindestgrenze für Investitionen lag bei 50 Euro, und viele Investoren erhielten anfangs problemlos ihre Gewinne. Viele Investoren, die anfangs reibungslose Auszahlungen erhielten, investierten immer mehr. JuicyFields investierte massiv in Werbung, engagierte Influencer und war auf zahlreichen Branchenmessen präsent, um neue Investoren anzuziehen.
Der Wendepunkt
Im Juli 2022 wurden die Nutzer plötzlich aus der Online-Plattform ausgesperrt. Die Firmeninhalte auf den Social-Media-Kanälen verschwanden ebenfalls. Der Verdacht, dass es sich um Betrug handelt, bestätigte sich. Die Plattform war offline, das Geld war weg. Die Dimensionen des Schadens sind noch unklar.
Rund 500.000 Nutzer aus Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Australien und Neuseeland waren von diesem Vorfall betroffen. Die Dimensionen des Betrugs reichen von Schätzungen im dreistelligen Millionenbereich bis hin zu Milliarden Euro. Opfer aus verschiedenen Ländern berichten von hohen Investitionen und Verlusten, einige hatten ihr gesamtes Vermögen investiert.
Das Unternehmen versuchte, die Hoffnungen der Investoren aufrechtzuerhalten, indem gelegentlich neue Inhalte auf der Webseite veröffentlicht wurden, die eine mögliche Wiederbelebung der Plattform und eine Rückerstattung der Verluste versprachen. Diese Versprechen wurden jedoch nicht eingelöst.
Die Hintermänner
Die deutschen Behörden hatten bereits früh vor JuicyFields gewarnt. Doch das Netz des Unternehmens ist so undurchsichtig gesponnen, dass es Ermittlern unmöglich ist, die wahren Drahtzieher herauszufinden. Schwesterfirmen, Strohmänner und wechselnde Firmensitze erschwerten es Finanzaufsicht und Behörden rechtzeitig aktiv zu werden.
Es wird vermutet, dass JuicyFields ein Schneeballsystem verwendete und sich Teilen des Multi-Level-Marketings bediente, um Investoren anzuziehen. Über die Hintermänner kursieren verschiedene Vermutungen, von russischen Drahtziehern bis hin zu Teilen der eigenen Führungsriege oder einer Berliner Firma mit Verbindungen in die Schweiz, nach Liechtenstein und in die Niederlande.
Heute ist die Plattform wieder online und versucht neue Investoren zu gewinnen. Wir möchten euch eindringlich davor waren hier zu investieren. Angebote, die zu schön sind, um wahr zu sein, sind es eben auch nicht!