High-Gefühl – THC im Körperfett

Cannabisflashbacks soll es geben, auch wenn sie selten auftreten. Die Frage ist, ob in Fettzellen eingelagertes THC Menschen Wochen oder sogar Monate nach dem letzten Konsum high fühlen lassen könnte. Dieser Blogbeitrag geht darauf ein, ob so ein Szenario möglich ist.

High fühlen ohne etwas zu nehmen

LSD ist bekannt dafür Flashbacks auszulösen. Das Phänomen an sich ist umstritten. Allerdings wird häufiger davon berichtet. Es stellt sich also die Frage: Sind Cannabisflashbacks auch möglich. Da Cannabiskonsum gut dokumentiert ist, scheint ein wiederauftretendes unwahrscheinlich zu sein. Doch manche Leute berichten davon.

Die Fälle sind sehr selten, doch chronische Cannabisnutzer haben schon davon berichtet sich high zu fühlen, selbst wenn sie auf Gras verzichten. Es geht hier nicht um den darauf folgenden Tag, sondern um Wochen oder Monate nach dem Einstellen des Konsums. Studien zu diesem Phänomen sind rar.

Die Wirkung von THC

THC ist die psychotrope Verbindung in Cannabis, die das High hervorruft. Es handelt sich nicht um das einzige Cannabinoid in Cannabis, ist aber in diesem Fall relevant. Im Gehirn ahmt es das natürliche Endocannabinoid Anandamid nach und bindet sich CB1-Rezeptoren. Es übt also größtenteils dessen Effekte aus.

Die Verstoffwechslung geschieht relativ schnell. Es bleibt zwar länger im Gehirn bestehen als Anandamid aber nicht gravierend. Im Körper bleibt es länger bestehen als die Wirkung anhält. Ist man ein chronischer Nutzer, kann THC bis zu sechs Wochen in einer Urinprobe nachgewiesen werden. Dieser sucht im Körper nach dem Metabolit von THC, THC-COOH. Dieser weist darauf hin, das THC einmal im Körper vorhanden war. THC selber ist in der Regel nach einer Woche aus dem Blut verschwunden.

High fühlen ohne gekifft zu haben

THC kann Studien zu Folge zeitlich unbegrenzt in Fettzellen eingelagert werden. Dabei steigt mit der Menge des Kiffens, die Menge des eingelagerten THCs. Bestimmte Aktivitäten können dieses eingelagerte THC freisetzen. Möglicherweise führt dieser Prozess dazu, dass Menschen sich high fühlen, wenn sie nicht gekifft haben.

Erwiesen ist also, dass sich THC im Fett einlagern kann. Fraglich ist allerdings wie und ob es sich wieder freisetzt.

Fasten und THC-Freisetzung

In einer Studie wurden Ratten mit eingelagertem THC untersucht. Sie wurden in verschiedenen Bedingungen beobachtet. Die Hypothese war: Aktivitäten, die Fett verbrennen, würden THC im Blutkreislauf freisetzen. Ziel war es eine Verhaltensänderung festzustellen, die aus freigesetztem THC hervorgeht.

Die Ergebnisse zeigten, dass Ratten, denen über fünf Tage 10mg THC gegeben wurde, gefolgt von einer viertägigen „Ausspülung“, sowohl erhöhte THC-Werte im Blutplasma als auch Verhaltensänderungen zeigten. Sie mussten 24 Stunden fasten, wodurch das Körperfett anfing, abgebaut zu werden. Verglichen mit der Kontrollgruppe, die nicht fasten musste, zeigten sie signifikante Veränderungen.

Kontrollgruppen wurde eine einzige Dosis von 5mg THC gegeben. Diese mussten sich entweder bewegen oder fasten. Es wurde keine Veränderung des Verhaltens festgestellt, obwohl beide Gruppen erhöhte THC-Werte im Blutplasma zeigten.

Die erste Gruppe war die einzige, die Verhaltensveränderungen zeigte. Dieser Fund unterstützt die anekdotischen Belege, dass chronische Cannabisnutzer Flashbacks erleben können. Doch es ist kein definitiver Beleg.

THC-Freisetzung durch Bewegung

In weiteren Studien der gleichen Wissenschaftler wurden menschliche Probanden untersucht. Regelmäßige Cannabisnutzer machten körperliche Übungen, nach dem sie eine Nacht gefastet hatten oder aber satt waren. So sollte der Verbrauch von Fettreserven untersucht werden.

Die Bewegung erhöhte die THC-Werte im Blutplasma beider Gruppen. Das Fasten schien keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich der THC-Werte zu machen. Der Umfang des Fastens war allerdings nicht groß genug um ein definitives Ergebnis über den Fettverbrauch zu machen. Bewegung trägt dazu bei das Körperfett THC freisetzt, war der Schluss der Studie. Zu Verhaltensveränderungen kam es nicht.

THC-Werte von chronischen Nutzern

Andere Forscher fanden keinen Anstieg von THC oder seinem Metabolit bei abstinenten chronischen Cannabisnutzern. Weder Fasten noch Bewegung konnte einen Anstieg im Blutserum hervorrufen.

Warum man sich trotzdem high fühlen kann bleibt eine offene Frage. THC kann sich im Körperfett einlagern, besonders bei chronischen Cannabisnutzern. Ob THC wieder ins Blut freigesetzt wird, wenn sich Fett abbaut, bleibt fraglich. Die Forschung ist an dieser Stelle noch nicht weit genug für eine definitive Antwort.