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Das Immunsystem und der Einfluss von Cannabis

Das Immunsystem und der Einfluss von Cannabis

7. Juni 2022

Die Forschung steckt noch in der Anfangsphase doch es zeigt sich, dass Cannabis die Aktivität des Immunsystems dämpfen könnte, anstatt es zu stärken. Vieles gibt es noch zu erforschen, doch die präklinische Forschung untersucht den Einfluss von Cannabis und seiner Bestandteile bei Prozessen des Immunsystems, die beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose zugrunde liegen.

Das Immunsystem nimmt Einfluss im alltäglichen Leben, denn wie existieren umgeben von Bakterien, Pilzen und Viren, welche den Körper angreifen können. Das menschliche Immunsystem schützt den Organismus also vor äußeren Bedrohungen. Es umfasst zahlreiche Organe, Zelltypen und Proteine. Allerdings reicht das nicht immer aus, um eine Infektion zu verhindern. Häufig fängt man sich eine Erkältung oder eine Grippe ein. Doch durch eine durchlaufene Infektion ist der Körper beim nächsten mal besser vor dem jeweiligen Erreger geschützt.

Das Immunsystem zu stärken ist für viele ein Anliegen. Dazu gibt er verschiedene Möglichkeiten, wie eine Umstellung der Ernährung, mehr Bewegung, eine Lebensstilanpassung oder Nahrungsergänzungsmittel. Für viele Cannabis-Freunde stellt sich nun die Frage, ob Cannabis das Immunsystem unterstützen kann und so die Zellabwehr stärken kann. Oder ob Cannabis das Immunsystem angreift

Die Funktionen des Immunsystems

Grundsätzlich besteht die physiologische Abwehr aus zwei Hauptkategorien. Es handelt sich um die angeborene und die adaptive Immunität. Der Mensch wird also mit einem angeboren Immunsystem geboren. Dieses stoppt Krankheitserreger zunächst, und ist die erste Verteidigungslinie. Es arbeitet durch Körperzonen wie Haut und Schleimhäute, diese verhindern die Bewegung von schädlichen Keimen auf körperlicher Ebene.

Außerdem verhindern auch körpereigene Enzyme, Säuren und Schleim die Bildung von Bakterien und Viren. Hinzukommen sogenannte „Phagozyten“ das sind Fresszellen. Sie umhüllen eindringende Krankheitserreger und „fressen“ diese. Die Strategie des angeboren Immunsystems bezeichnet man als nicht-selektive Streuschussstrategie.

Das adaptive oder auch erworbene Immunsystem handelt spezifischer, um das selbe Ziel zu erreichen, nämlich eindringende Krankheitserreger zu bekämpfen. Es beginnt dann zu arbeiten, wenn das angeborene Immunsystem versagt. Es macht sich daran den Krankheitserreger zu identifizieren und spezifische Antikörper zu erzeugen. Diese spezialisieren sich spezifisch darauf den Erreger abzutöten.

T-Lymphozyten und B-Lymphozyten

An diesem Prozess beteiligt sind T-Lymphozyten und B-Lymphozyten. T-Lymphozyten aktivieren andere Immunzellen und erkennen und zerstören von Viren befallene Zelle. Außerdem kreieren sie eine Erinnerung für Krankheitserreger, um ein zukünftige Immunität sicherzustellen. B-Lymphozyten hingegen entstehen im Knochenmark. Sie verwandeln sich in Plasmazellen und produzieren eine große Anzahl von Antikörpern. Die Verbindung besteht aus Zucker und Proteinen und wurde speziell dafür entwickelt, sich an ein Antigen zu binden und es zu zerstören.

Immunität und das Endocannabinoid-System

Das Immunsystem ist stark an alle Körperfunktionen integriert. Es ist also in keiner Weise von anderen Prozessen isoliert. Auch das körpereigene Endocannabinoid-System kommt im gesamten Körper vor. Forscher haben das ESC schon als „universellen Regulator“ des menschlichen Körpers bezeichnet. Es ist mit damit beschäftigt ein Gleichgewicht zu halten, das man auch „Homöostase“ nennt. Das ESC verfügt über zwei Rezeptoren (CB1 und CB2). Außerdem fungieren Endocannabinoide als Signalmoleküle sowie Enzyme, die Endocannabinoide aufbauen und wieder abbauen. Interessant an dieser Stelle ist, dass diese Komponenten ebenfalls im gesamten Immunsystem anzutreffen sind. Dort helfen sie die Immunfunktion zu kontrollieren, die Homöostase einzustellen und das Immunsystem zu adaptieren. Immunzellen verfügen außerdem über CB1- und CB2-Rezeptoren. Darunter fallen B-Zellen, natürliche Killerzellen und Monozyten sowie CD8- und CD4-Lymphozyten.

Cannabis und das Immunsystem

Das Endocannabinoid-System und das Immunsystem stehen also in engem Kontakt. Cannabis besitzt die Möglichkeit, als Modulator unserer physiologischen Abwehr zu wirken. Der Grund: Endocannabinoide, die im Körper vorkommen, und Phytocannabinoide, die in Pflanzen vorkommen weisen nämlich eine ähnliche Struktur auf. Externe Cannabinoide können sich an ESC-Rezeptoren binden und die körpereigene Stoffe nachahmen Da unsere Endocannabinoide einen Einfluss auf das Immunsystem haben, der erblich ist, können pflanzliche Cannabinoide die Immunität beeinflussen.

Die Wechselwirkung mit Autoimmunkrankheiten

Bei Autoimmunkrankheiten kommt das Immunsystem nicht seiner eigentlichen Arbeit nach. In diesem Fall beginnen die Zellen körpereigene Zellen anzugreifen, die in keiner Weise beschädigt sind. Es kann dazu kommen, dass sie Gelenke, Haut und Nervenzellen mit aggressiven Bakterien und Viren verwechseln. So entsteht ein Schaden im Körper. Die Folge sind Entzündungen. Die Symptome sind Müdigkeit, Muskelkater, Fieber, Haarausfall und Hautausschläge. Zu den häufigsten Autoimmunkrankheiten gehören rheumatoide Arthritis, Psoriasis und Multiple Sklerose. Forschungen haben nun gezeigt, das Cannabis eine immunsuppressive Wirkung hat, die sich auf das Fortschreiten von Autoimmunkrankheiten auswirken kann.

Das Risiko der Immunsuppression

Natürlich hat eine Immunsuppression auch negative Folgen. Der Körper verliert seinen optimalen Schutz gegen Viren und infektiösen Krankheitserreger. Dadurch haben Cannabis Langzeitkonsumenten und starke Nutzer ein erhöhtes Risiko an Infektionen zu erkranken. Besorgniserregend sind außerdem Studien, die belegen, dass starke Cannabisnutzer mit einem erhöhten Krebsrisiko konfrontiert sind.

Neurodegenerative Erkrankung

Die Neurodegeneration ist ein Symptom von Krankheiten wie Multiple Sklerose. Sie entsteht bei Autoimmunerkrankungen weil die Immunzellen das zentrale Nervensystem angreifen. Dabei binden sie sich besonders an Myelin, die schützende und isolierende Hülle der Nervenzellen. Das schädigt im Laufe der Zeit den Nerv selbst und führt zu Problemen mit der Feuerung des Nervensystems. In neueren Studien wird nun untersucht, wie eine mögliche neuroprotektive Wirkung von den CB1-Rezeptoren und Verbindungen, die sich an diese Stelle binden, ausgeht.

Das Rauchen von Gras und das Immunsystem

Die Frage die sich stellt ist: Wird das Immunsystem durch das Rauchen von Gras geschwächt. Durch den positiven Effekt von Cannabis auf Autoimmunerkrankungen geht man davon aus, dass sich Cannabis im allgemeinen negativ auf das Immunsystem auswirkt. Forscher gehen zur Zeit davon aus, dass Cannabiskonsum wahrscheinlich die Immunfunktion bis zu einem gewissen Grad beeinträchtigt. Das bedeutet auch, das Cannabisnutzer für bestimmt Virusinfektionen prädisponiert sind. Außerdem kommt ein weiterer Effekt hinzu. Das Rauchen führt zu einer Aufnahme von Karzinogenen und Toxinen, die das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit von mehreren Immunerkrankungen erhöht.

Allerdings nimmt auch ein weiterer Effekt Einfluss. Die Cannabisbestandteile haben antivirale und antibakterielle Eigenschaften. Diese beeinflussen Bakterien und Viren direkt. Es sind Studien nötig um den Effekt beim Menschen genauer zu ermitteln.

Um eine eindeutige Antwort zu finden, welcher Bestandteil der Cannabis-Pflanze nun immunsuppressiv ist, bedarf es mehr Studien. Es gibt Forschungen, die andeuten, dass CBD einen positiven Effekt auf das Immunsystem hat.


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