Cannabis-Konsum und Antibiotika

Eine Frage, die sich immer häufiger stellt ist: Kann man Cannabis rauchen während man Antibiotika nimmt. Es ist also erst einmal gefragt, ob Cannabinoide wie THC und CBD mit Antibiotika interagieren. Doch die Forschung geht noch weiter. Vielleicht hat Cannabis zukünftig einen Platz in der Behandlung von Antibiotika-resistenten Bakterienstämmen. Ein Blogbeitrag über den Zusammenhang von Cannabis und Antibiotika.

Die Wechselwirkung von Cannabis und Antibiotika ist deswegen wichtig zu erforschen, weil Menschen täglich Cannabis konsumieren und eben auch täglich Millionen von Dosen Antibiotika eingenommen werden. Um das heraus zu finden muss man sich mit dem antibakteriellen Potenzial von Cannabisverbindungen befassen. So lässt sich ebenfalls herausfinden, ob die Pflanze Potenzial hat in der Zukunft einen Platz in der Antibiotikamedizin einzunehmen.

Die Beziehung zwischen Cannabis und Antibiotika

Disclaimer: Man sollte sich darüber bewusst sein, dass man seine Gesundheit aufs Spiel setzt, wenn man dabei ist Cannabis zu Rauchen und gleichzeitig verschreibungspflichtige Antibiotika einnimmt. Es ist nämlich bekannt, dass Cannabis negativ mit einigen Medikamenten interagiert.

Es ist darüber hinaus allerdings wert einen Blick auf die Forschung zu werfen, der Cannabis als Antibiotika-artige Substanz untersucht. Es ist nämlich der Fall, dass die Pflanze arzneimittelresistente Bakterienstämme bekämpfen kann.

In den Vereinigten Staaten allein retten Antibiotika im Jahr mehr als 200.000 Menschenleben. Doch Bakterien mutieren und werden so resistent, also sie lassen sich von Antibiotika nicht mehr bekämpfen. Aus diesem Grund sind Forscher auf der Suche nach neuen Medikamenten gegen Bakterien. Aus der Cannabispflanze könnte so ein neuartiges Antibiotika gewonnen werden.

Antibiotika und seine Bedeutung

Bakterien gibt es überall. Nicht alle von ihnen sind schädlich, viele von ihnen stärken den menschlichen Organismus. Es gibt allerdings unzählige Arten und Stämme von infektiösen Bakterien. Diese gelangen auf verschiedenen Wegen in den menschlichen Körper. Das bedeutet auch das an jeder Stelle des menschlichen Körpers Infektionen auftreten können.

Im menschlichen Körper ist jedes Organ anfällig für bakterielle Infektionen. Es können die Hirnhäute befallen werden, die Krankheit nennt man Meningitis. Es kann genau so die Lunge befallen werden. So wird eine Lungenentzündung verursacht. Staphylococcus aureus, der normalerweise die Haut besiedelt, kann über Wunden in den Körper eindringen und die Herzklappen und das Abdomen infizieren.

Die Symptome der Krankheiten entstehen aus zwei Gründen. In manche Fällen sind es die Bakterien selbst, die die Symptome auslösen. Es kann aber auch sein, dass die Reaktion des Körpers auf die Anwesenheit der Bakterien zu den Symptomen führt. Natürlich unterscheiden sich Bakterien auch in ihrer Pathogenität. Also in ihrem Potenzial Krankheiten zu verursachen. Der Prozentsatz der Arten der beim Menschen Infektionen und Krankheiten verursacht ist klein. Allerdings sollte man nicht unterschätzen, dass Bakterien gravierende Schäden auslösen können.

Die kurze Geschichte der Antibiotika

Vor der Entdeckung von Antibiotika waren viele Infektionen tödlich. Doch zum Glück haben Antibiotika viel für den Menschen getan. Während bakterielle Infektionen zu einem großen Teil der Menschheit an erster Stelle der Todesursachen standen, ist das jetzt nicht mehr der Fall. Die Entwicklung von Antibiotika hat dazu geführt, dass viele Infektionen kaum noch eine Gefahr darstellen.

Doch schon bevor Antibiotika, wie wir sie heute kennen, in Tabletten-Form hergestellt wurden, nutzten die Menschen die antibakterielle Wirkung von Pflanzen. Man hat zum Beispiel Spuren des Antibiotikums Tetracyclin in menschlichen Skelettresten aus dem alten sudanesischen Nubien aus der Zeit zwischen 350 und 550 nach unserer Zeitrechnung gefunden.

Doch stieß die westliche Welt erst später universell auf den Nutzen von Antibiotika. Der Entdecker war Alexander Fleming. Er entdeckte Penicillin, als er Staphylococcus-Bakterien untersuchte. Seine Entdeckung rettete seit 1928 schätzungsweise 200 Millionen Menschen.

Die Wirkung von Antibiotika

Es gibt zwei Wirkungen von Antibiotika. Entweder sie verlangsamen die Zellaktivität oder sie töten sie ab. Man unterscheidet also zwischen einer bakteriostatischen oder bakteriziden Wirkung. Die Zellaktivität der Bakterien wird bei bakteriostatischen Antibiotika verlangsamt. Diese führen nicht zum völligen Absterben des Bakteriums. Sie wirken antibakteriell, das sie die Vermehrungsfähigkeit des Bakteriums pausieren. An dieser Stelle greift das Immunsystem ein. Es hat nun genügend Zeit gegen die Infektion vorzugehen. Die Medikamente wirken durch Eingriffe in die DNA-Replikation, den Stoffwechsel und Proteinproduktion.

Bakterizide Antibiotika wirken hingegen anders. Sie töten das Bakterium direkt ab. Sie greifen ein, indem sie das Bakterium daran hindern, eine Zellwand zu bilden. Dadurch sterben diese ab. Penicillin ist ein Bakterizid. Es ist allerdings der Fall, dass Antibiotika sich unterscheiden hinsichtlich der Bakterienart, gegen die sie wirken.

Es gibt Antibiotika, die ein breites Spektrum haben. Diese greifen zahlreiche Arten an. Das bedeutet auch, das nützliche Bakterien angegriffen werden, die sich beispielsweise im Darm befinden. Daraus ergeben sich gegebenenfalls ein Ungleichgewicht in Mikrobiom und Verdauungsprobleme. Andere Antibiotika arbeiten selektiver. Sie schädigen nicht so viele Arten. Eine bis zwei Bakterienarten werden von ihnen angegriffen, körpereigene Mikroben werden in Ruhe gelassen.

Cannabis-Konsum und Antibiotika

Es ist bekannt, dass man auf Alkohol verzichten sollte, wenn man Antibiotika einnimmt. Nun ist es aber so, dass Cannabis ein höheres Gesamtsicherheitsprofil hat als Alkohol. Doch auch Cannabis interagiert mit Medikamenten.

Cannabis und Antibiotika beeinflussen die selben wichtigen Leberenzyme. Doch Berichten zu Folge ist das Risiko ernsthafter Wechselwirkung gering. Es gibt allerdings noch keine wissenschaftliche Forschung, die diese Tatsache belegt. In manchen anekdotischen Berichten traten allerdings auch unerwünschte Nebenwirkungen auf.

Beide Substanzen gleichzeitig einzunehmen ist deswegen heikel, weil THC eine Veränderung im Leberstoffwechsel vornimmt. Es wird die Wahrscheinlichkeit erhöht eine Nebenwirkungen von den Antibiotika zu erleben. Während einer Atemwegsinfektion ist es außerdem besonders schädlich irgendwelcher Substanzen zu Rauchen. Man sollte auch im Blick haben, dass THC vermutlich immunsuppressiv wirkt.

CBD und Antibiotika

CBD wirkt als starker Inhibitor von Cytochrom-P450-Enzymen. Das kann Folgen haben. Es verändert den Metabolismus bestimmter Antibiotika. Dieser Prozess kann zu unerwünschten Ereignissen und einem erhöhtem Risiko von Nebenwirkungen führen. Allerdings gibt es noch keine Forschung, die dieses Risiko Niveau beschreibt. Man sollte das Potenzial von unerwünschten Nebenwirkungen nicht unterschätzen.

Cannabis und antibiotikaresistente Bakterien

Forscher versuchen herauszufinden, ob Cannabis antibiotisch wirkt. Es ist nämlich der Fall, dass sich antibiotikaresistente Bakterienstämme weiterentwickeln. So können konventionelle Medikamente häufig schon nichts mehr gegen die ausgelösten Infektionen tun. Nun testen also Wissenschaftler wie THC und CBD sich auf dem mikrobiellen Schlachtfeld schlagen. Die Studien sind noch präklinisch. Aber es zeigt sich Hoffnung vielleicht ein neues Medikament zu finden.