
Sativa versus Indica
Sativa versus Indica
Wenn man sich in einem holländischen Coffeeshop zur Weed-Auswahl beraten lassen möchte, wird einem regelmäßig die Frage gestellt „Indica“ und „Sativa?“. Aber was bezeichnen die Ausdrücke eigentlich?
Indica und Sativa sind enge Verwandte und doch unterscheiden sich diese zwei vermeintlichen Hauptarten von Cannabis voneinander – so die allgemeine Meinung. Geschichtlich geht diese Zweiteilung einige Jahre zurück.
Indica und Sativa – die Ursprünge
Cannabis sativa wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von dem schwedischen Botaniker Carl Linnaeus beschrieben. Er bezog sich damit wahrscheinlich auf die Hanfpflanzen, die damals für die Produktion von Fasern, Samen und Hanföl angebaut wurden. Mit ihren fasrigen Stämmen, dünnen Blättern und feinen Blüten mit geringem THC-Wert sind die damaligen Pflanzen mit unserem heutigen Nutzhanf vergleichbar. Ein paar Jahrzehnte später beschrieb der französische Biologe Jean-Baptiste Lamarck Cannabis-Sorten, die aus Indien stammen. Diese waren kleiner, hatten dunkelgrüne Blätter und harzige Blüten mit hohem THC-Gehalt.
Das Cannabis, was wir heute konsumieren, lässt sich mehr oder weniger in die ein oder andere Kategorie einordnen. Der Rest wird als Hybrid bezeichnet. Sie enthalten unterschiedlich hohe Anteile von Indica- und Sativa-Genetik und damit ihrer Merkmale. Die Menüs von Coffeeshops und Fachgeschäften zeigen zum Beispiel oft die Anteile von jeweils der Indica- und Sativa-Genetik, die eine Sorte besitzt.
Individuelle Vielfalt versus Dichotomie
Die Überzeugung, dass Indica- und Sativa-Sorten anders wirken, ist uralt. Allgenmeine Weisheit ist, dass Sativa eine energiegeladene und kreative Wirkung im Gehirn hervorruft und dass Indica eher eine entspannende und manchmal narkotische Wirkung hervorbringt. Im Wesentlichen wurde dies durch den unterschiedlichen THC-Gehalt der beiden Arten begründet. Diese Annahme ist heute jedoch nicht länger zutreffend, da sowohl Indica als auch Sativa THC-reich sein können. Am unterschiedlichen Cannabinoidgehalt liegt es nicht. Es liegt viel näher, dass die Terpenkonzentration Einfluss auf die psychoaktive Wirkung haben könnte und dass die beiden engen Verwandten Sativa und Indica sich durch ihren unterschiedlichen Gehalt an Terpenen und generell ihren Gehalt an verschiedenen chemischen Stoffen in ihrer Wirkung unterscheiden.
Könnte es also sein, dass die uralte Unterscheidung zwischen Indica und Sativa tatsächlich überholt ist und in die Mottenkiste gehört? Vielleicht achten wir in Zukunft einfach nicht mehr so sehr auf Begriffe wie „Indica“ und „Sativa“, sondern wählen unser Cutivar individuell passen aus. Potenzielle Wirkungen und Anbaueigenschaften sind so vielfältig und individuell, dass wir die nicht in die Indica/ Sativa-Kategorien pressen sollten.